Weimarer Bauhaus: Staatliche Führung

Das Bauhaus in Weimar war eine Staatsschule und hing von der Regierung Thüringens ab 🏛️🗳️
Wenn es um Bauhaus-Design geht, denken wir an zeitgemäß und cool. Das Interessanteste daran ist, dass diese radikale Bewegung in ihren Anfangsjahren keineswegs im Untergrund agierte, sondern eine staatlich finanzierte Institution war, die auf die Unterstützung der lokalen Regierung angewiesen war.
Walter Gropius, ein einflussreicher Architekt, gründete 1919 das Staatliche Bauhaus Weimar. Im zukunftsorientierten Klima der frühen Weimarer Republik beschloss die thüringische Regierung, diese experimentelle Akademie zu finanzieren, um ein Zeichen für ein mutiges, modernes Deutschland zu setzen.
Wer mehr über ein Meisterdesign der Moderne erfahren möchte: der Fall der Kreativwerkstätten von Wassily Kandinsky und Paul Klee und das Paradoxon ihrer sehr öffentlichen Subventionierung.
Es war ein zweischneidiges Schwert, in der Verwaltung vom Staat abhängig zu sein:
Wohlhabende Gönner sowie großzügige Beiträge aus der Industrie und vom Staat subventionierten das Bauhaus massiv. Dies war der Grund, warum für die außergewöhnlich talentierten, aber benachteiligten Studenten keine Studiengebühren erhoben wurden.
Dadurch wurde die Schule direkt mit der Politik verknüpft, die sich schnell ändern konnte. Das radikale Curriculum stieß bei Politikern und Handwerkszünften auf tiefes Misstrauen.
Letztendlich war diese Abhängigkeit fatal für das Weimarer Kapitel. Als die thüringische Regierung 1924 nach rechts rückte, wurden die staatlichen Mittel halbiert. Aufgrund finanzieller Unmöglichkeit war die Schule gezwungen, zu schließen und 1925 nach Dessau umzuziehen. Das frühe Bauhaus erinnert uns daran, dass die berühmteste Designbewegung der Geschichte vollständig von den komplexen Mechanismen der staatlichen Macht geprägt wurde.
Base Material
- 'Bauhaus 1913-1933' Teil 1